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„Manche Menschen erfüllen sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe und manche ohne Hilfe. Das ist ganz natürlich und normal“

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Núria und Ricard biegen voller Emotion auf die Zielgerade einer Wegstrecke ein, die nicht immer einfach war. Nach jahrelangen fehlgeschlagenen Versuchen haben sie beschlossen, auf assistierte Reproduktion zurückzugreifen, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Sie sind in die Klinik Eugin gekommen und erwarten nach einer In-vitro-Fertilisation mit ICSI ihr erstes Kind. Wir haben uns mit Núria unterhalten, um zu erfahren, wie sie diese großartige Erfahrung erlebt hat (und weiterhin erlebt).

„Manche Menschen erfüllen sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe und manche ohne Hilfe. Das ist ganz natürlich und normal“

 

Was haben Sie gedacht, als Sie erfahren haben, dass Sie eine Behandlung der assistierten Reproduktion benötigen würden?

Nach fast vier Jahren voller erfolgsloser Versuche dachten wir, dass wir uns damit abgefunden hätten, dass assistierte Reproduktion unsere einzige Chance war. Als man uns dies aber bestätigt hat, haben wir gemerkt, dass wir uns damit noch nicht so abgefunden hatten, wie wir gedacht hatten. Ein Gefühl der Frustration nach all den Anstrengungen und die Angst vor einem vollkommen unbekannten Prozess haben sich mit dem Wunsch, sofort anzufangen und der Freude über die Möglichkeit, uns unseren Wunsch zu erfüllen, gemischt.

Und wie haben Sie sich gefühlt?

Ich habe mich anders und als Pechvogel gefühlt…ein bisschen orientierungslos, da nur sehr wenige Menschen aus unserem Umfeld in der gleichen Situation war oder gewesen war. Zumindest dachte ich das anfangs; später habe ich dann herausgefunden, dass es viele Paare gibt, die sich in dieser Situation befinden.

Was war für Sie der bedeutendste Moment des gesamten Prozesses?

Definitiv das positive Ergebnis der Blutuntersuchung. Es gibt aber noch einen weiteren Moment, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: der Tag, an dem ich meine Periode bekommen habe und mit der Behandlung beginnen konnte. Erst hatte ich mir monatelang gewünscht, sie nicht mehr zu haben, und in diesem Monat konnte ich es kaum erwarten, sie zu bekommen! Mir sind die Tränen gekommen, weil es bedeutete, dass es endlich so weit war und dass wir mit einem Prozess beginnen konnten, der zwar kompliziert, aber von einem unglaublich tollen Ergebnis gekrönt sein würde. Eine Vorfreude, wie ich sie an diesem Tag empfunden habe, hatte ich vorher noch nie gespürt.

Wie war die Erfahrung in der Klinik für Sie?

Bereits beim ersten Gespräch ist uns die Warmherzigkeit und Natürlichkeit aufgefallen, die uns entgegengebracht wurde. Das war die zweite Klinik, die wir uns angesehen haben. In der ersten wollte man, dass wir Untersuchungen wiederholten, die wir vor kurzem erst durchgeführt hatten, was zusätzlichen Zeit- und Kostenaufwand bedeutet hätte. Nach dem ersten Termin bei Eugin hatten wir bereits alle Informationen, die wir brauchten: wann, wie und weshalb wir eine IVF mit ICSI durchführen lassen würden. Besonders aufgefallen ist mir die Warmherzigkeit, die allen Patienten entgegengebracht wird. Diese Nähe, dieses Gefühl, gut aufgehoben zu sein, ist sicher das, was ich am meisten schätze.

Haben Sie ihre Erfahrungen mit Ihrem Umfeld geteilt? Haben Sie sich verstanden gefühlt?

Diesen Prozess mit Menschen zu teilen, die ihn nicht selbst erlebt haben, ist nicht einfach. Das ist eine völlig unbekannte Welt und nach wie vor ein Tabu. Die Angst vor den Ergebnissen führt dazu, dass man nicht erklären möchte, wie es funktioniert, um keine unangenehmen Fragen beantworten zu müssen. Man versucht, zu erklären, wie man sich fühlt, aber dann sieht man den anderen an, dass sie es einfach nicht verstehen; das gilt besonders am Arbeitsplatz. Mein Partner war unglaublich wichtig. Er hat mir jederzeit zur Seite gestanden, von der Stimulation (er hat mir die Injektionen verabreicht) bis hin zur Übertragung. Wir haben alles zusammen durchlebt, es war sehr intensiv und sehr von Vorfreude geprägt. Ich glaube, dass man sich bei diesem Prozess nur von seinem Partner, der Klinik und Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden, verstanden fühlt.

Haben Sie im Internet nach Informationen und Unterstützung gesucht?

Ja. Ich bin in einem Forum für Frauen, die Behandlungen der assistierten Reproduktion durchgeführt lassen oder durchführen lassen haben. Das ist sehr wichtig für mich. Zu sehen, dass andere Frauen das Gleiche empfinden, gibt unglaublich viel Halt. Ich habe auch nach Informationen gesucht, aber beschlossen, damit aufzuhören und die Fragen, die ich hatte, einfach in der Klinik zu stellen.

Was halten Sie von den Informationen, die Sie im Netz gefunden haben?

Es gibt viele Informationen zum Thema assistierte Reproduktion, man kann fast zum Experten werden! Online sind viele Dokumentarfilme, Fälle, Erklärungen, Definitionen, Widersprüche usw. verfügbar. Es ist wirklich verwunderlich, dass dieses Thema trotz so vieler Informationen im Netz in der Gesellschaft so wenig bekannt ist. Ich glaube nach wie vor, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und dass ein Arzt Fragen besser beantworten kann als das Internet; deshalb ist der Kontakt zur Klinik so wichtig und nötig.

Dafür ist es zwar noch etwas früh, aber haben Sie schon darüber nachgedacht, ob Sie Ihrem Baby erklären werden, wie es gezeugt wurde?

Ohne jeden Zweifel. Manche Menschen brauchen Nachhilfestunden, um eine Sprache gut zu erlernen. Andere wiederum brauchen nur am normalen Unterricht teilzunehmen, um fließend zu sprechen. Hier verhält es sich meiner Ansicht nach ähnlich: Manche Menschen erfüllen sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe und andere ohne. Das ist ganz natürlich und normal.

Was würden Sie zu einer Frau sagen, die sich in der gleichen Situation befindet wie Sie und die kurz davor steht, eine Behandlung aufzunehmen?

Ich würde sie beglückwünschen! Sie steht nämlich kurz davor, den langwierigen erfolglosen Versuchen, sich ihren großen Wunsch zu erfüllen, ein Ende zu bereiten und einen Weg einzuschlagen, der sie direkt ans Ziel bringt. Ich würde ihr auch sagen, dass sie sich viel in Geduld wird üben müssen. In emotionaler Hinsicht wird es schwierige Momente geben, doch das liegt nicht an ihr, sondern an den Hormonen. Und selbstverständlich würde ich ihr viel Freude und Optimismus vermitteln; das ist unverzichtbar dafür, um alles ein wenig leichter zu machen.

 

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