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Europäische Experten für assistierte Reproduktion fordern einen Rechtsrahmen für die Forschung mit Embryonen zu dem revolutionären Verfahren CRISPR

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Die wissenschaftliche Zeitschrift Human Reproduction Update veröffentlichte eine von Dr. Rita Vassena, wissenschaftliche Leiterin der Klinik Eugin, geleitete Studie, aus der hervorgeht, dass dieses Verfahren Lösungen für komplizierte Fälle von Erbkrankheiten wie z.B. mitochondriale Mutationen, aufzeigen könnte.

CRISPR ist ein Bakterienkomponentensystem, das als Abwehrmechanismus gegen mögliche Angriffe fungiert. CRISPR, kurz für Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats, bezeichnet kurze, regelmäßig wiederholte DNA-Sequenzen, die in der Sprache des Erbgutes die Struktur eines Palindroms (ein Text, der vorwärts und rückwärts gelesen gleich lautet) simulieren. CRISPR lagert sich an die DNA externer Erreger wie z.B. Viren an und spürt potenziell schädliches genetisches Material auf. Hier kommen die Cas9-Proteine ins Spiel, die scherenähnlich die gefährlichen Gene herausschneiden und unterdrücken.

Dr. Vassena: Wir verfügen zwar bereits über sehr wirksame Verfahren, dürfen aber den Forschungsbetrieb nicht behindern, der neue Lösungen hervorbringen kann.

Ausgehend von der Beobachtung dieses Phänomens haben Wissenschaftler das Verfahren CRISPR/Cas9 entwickelt, das einen beeindruckenden Sprung nach vorne in Bezug auf die Möglichkeiten einer DNA-Modifizierung ermöglicht hat.

Dr. Rita Vassena, die wissenschaftliche Leiterin der Klinik Eugin und Mitglied des Direktoriums der European Society of Reproduction and Embryology (ESHRE), hat die neueste gemeinschaftliche Studie zu diesem Verfahren geleitet, die in der Zeitschrift Human Reproduction Update veröffentlicht wurde. Ihrer Meinung nach besteht die Neuerung von CRISPR/Cas9, das sich gerade in der Forschungsphase befindet, darin, dass „es die Möglichkeit bietet, Defekte oder Mutationen des menschlichen Genoms auf sehr effiziente, genaue und kostengünstige Art und Weise modifizieren“.

Wissenschaftliche Entdeckung des Jahres

Die Entwicklung dieses Verfahrens, das von der Zeitschrift Science zur wissenschaftlichen Entdeckung des Jahres erklärt wurde, schreitet rasch voran. Noch ist es im Bereich assistierte Reproduktion noch nicht genügend ausgereift, doch es bietet hier zweifellos zahlreiche Möglichkeiten, um die Übertragung schwerer Erbkrankheiten wie z.B. mitochondrialer Mutationen von Eltern auf ihre Kinder zu vermeiden.

Wenn die Forschung weiter fortgeschritten ist, so Dr. Vassena, „wird CRIPSR/Cas9 es ermöglichen, Mutationen zu korrigieren und viele Fälle zu lösen, die sich mit den heute verfügbaren Verfahren Präimplantations- bzw. Präkonzeptionsdiagnostik nicht vermeiden lassen“. Für Dr. Vassena liegt die Schlussfolgerung auf der Hand: „Wir verfügen zwar bereits über sehr wirksame Verfahren, dürfen aber den Forschungsbetrieb nicht behindern, der neue Lösungen hervorbringen kann.“

Das unmittelbare Ziel der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich besteht darin, höchste Wirksamkeits- und Sicherheitsstandards für Eingriffe in die Kette des menschlichen Erbgutes zu garantieren. „Man darf nicht vergessen, dass es hier um Menschen geht“, so Dr. Vassena.

Die spanische Regelung als Vorreiter in Europa

In Spanien sind die Regelungen sehr klar und detailliert. Hier sind wir wirklich privilegiert, was die Forschung im Bereich assistierte Reproduktion angeht.

Die europäischen Wissenschaftler, die den Artikel „Genome engineering trough CRISPR/Cas9 technology in the human germline and pluripotent stem cells“ verfasst haben, fordern einen klar definierten Rechtsrahmen, mit dem die Forschung bezüglich des Verfahrens CRIPSR/Cas9 sowie seiner Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der assistierten Reproduktion vorangetrieben werden kann.

In den meisten umliegenden Ländern gibt es keine günstigen Bedingungen für die Forschung an CRISPR mit menschlichen Embryonen. Rita Vassena äußerte sich hierzu wie folgt: „In Italien ist dies zum Beispiel komplett verboten. In Spanien hingegen gibt es eine klare, detaillierte Regelung. Hier sind wir wirklich privilegiert, was die Forschung im Bereich assistierte Reproduktion angeht.“

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