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Die Rolle der Großeltern

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Wenn ihre Kinder mit einer Unfruchtbarkeit zu kämpfen haben, ist dies auch für (künftige) Großeltern eine schwere Zeit

Auch die Eltern eines Paares, das Schwierigkeiten hat, auf natürliche Art und Weise ein Kind zu zeugen, d.h. für die künftigen Großeltern, machen bei einer Unfruchtbarkeit ihrer Kinder eine schwierige Zeit durch.

Neben der Angst, keine Enkelkinder bekommen zu können, macht es ihnen zu schaffen, mitansehen zu müssen, wie schwierig es für ihre Kinder ist, eine Familie zu gründen. Genau wie das Paar selbst wünschen sie sich sehnlichst und ungeduldig, dass sich endlich eine Schwangerschaft einstellt. Sie stellen sich ihr Leben als Großeltern mit dem Enkelkind vor, genau wie das Paar sich das Leben als Eltern mit seinem Baby vorstellt. Wenn alle Zeugungsversuche fehlschlagen, können die (künftigen) Großeltern dies als genauso schmerzhaft empfinden wie die (künftigen) Eltern.

Häufig verhalten sich die Eltern des Paares dabei etwas ungeschickt und taktlos. Sie sind unzureichend informiert und empfinden dieses Thema, das nach wie vor ein Tabu für sie darstellt, als unangenehm. Somit wissen sie nicht so recht, wie sie dem Paar, das versucht, ein Baby zu bekommen, helfen oder beistehen sollen. Ihnen gehen viele Fragen durch den Kopf und sie fühlen sich für diese Unfruchtbarkeit verantwortlich. Sie fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht oder dem Paar vielleicht die genetische Anlage für seine Unfruchtbarkeit mitgegeben oder sie auf andere Art und Weise verursacht haben.

All das kann sehr beklemmend für die künftigen Großeltern sein. Ähnlich gelagert können die neuen Verfahren assistierter Reproduktion für sie schwierig zu akzeptieren sein und sogar im Konflikt zu einigen ihrer Überzeugungen stehen. Hier sollte man sich als Paar die Zeit nehmen, alle Fragen der Eltern und künftigen Großeltern zu beantworten und ihnen ausführlich die verschiedenen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erläutern. Insbesondere, wenn es um Babys geht, die dank einer Gametenspende zur Welt kommen, kann es etwas länger dauern, bis es den künftigen Großeltern gelingt, gut mit dieser Nachricht umzugehen. Es kann ihnen schwer fallen, die Präsenz von Genen einer anderen Person in ihrer Familiengeschichte zu akzeptieren; machen Sie sich jedoch keine Sorgen: Das ist lediglich eine Frage der Zeit. Letzten Endes wird das keinen Unterschied mehr für sie machen und sie werden dieses Enkelkind genauso lieben wie alle anderen.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass das Paar vor dem Hintergrund seiner Zeugungsschwierigkeiten ebenso auf die Unterstützung seiner Eltern wie auf die seiner Freunde und seiner übrigen Verwandten zählen kann. Zögern Sie somit nicht, ihnen von Ihrer Unfruchtbarkeit zu erzählen – machen Sie kein Geheimnis daraus!  Verleihen Sie Ihren Gefühlen und Ihrem Leid Ausdruck – auch dann, wenn Sie das Gefühl haben, wenn Ihr Umfeld Sie nicht immer ganz verstehen kann. Genau wie der Freundeskreis sollten es auch die Eltern vermeiden, Ihre Meinung zu der Zeugungsart, für die sich das Paar entschieden hat kund zu tun und dem Paar Lektionen zu erteilen oder ihm sogar Vorwürfe zu machen. Sie sollten zudem nie an dem Paar und seiner Fähigkeit, Eltern zu werden, zweifeln – auch wenn es in dieser Hinsicht bereits einige Fehlschläge hinnehmen musste. Das Paar braucht jetzt bedingungslose Unterstützung, Respekt, ein offenes Ohr und Menschen, die ihm vorurteilsfrei Vertrauen, Zuneigung und Mut zuteil werden lassen, da Ihnen dies ermöglicht, die Beziehung untereinander sowie gegenüber seinen Eltern bzw. Schwiegereltern harmonisch zu gestalten.

Das Baby, das schließlich auf die Welt kommt, wird zweifellos der schönste Erfolg des Paares sein – an dem aber auch die künftigen Großeltern Anteil haben. Angesichts des langen, steinigen Weges, den ihre Kinder bis zu diesem Ziel zurücklegen mussten, werden sie noch zufriedener und stolzer auf sie sein…

Frédérique Vincent
Nach dem Studium packt Frédérique Vincent die Koffer und geht nach England. Dort lernt sie ihren künftigen Ehemann kennen und die beiden heiraten 2008. Monate und Jahre vergehen wie im Flug, ohne dass sich die ersehnte Schwangerschaft einstellt. Anfangs macht ihnen das nicht viel aus: Mit Sport und Reisen ist ihre Freizeit gut ausgefüllt. Nach und nach jedoch wird der Wunsch nach einem Kind unerträglich stark. Als sie ihre Fruchtbarkeitsbehandlung beginnt, beschließt sie, ein Tagebuch als unfruchtbare Frau zu schreiben. Die Menschen in ihrem Umfeld ermutigen sie rasch, weiter ihre Erfahrungen mit anderen zu teilen … Heute ist sie Mutter dreier Kinder und Autorin des Buches La promesse du mois, einem Bericht aus erster Hand über das Thema Unfruchtbarkeit.

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