Sobre nosotros

Startseite > Klinik Eugin > Die Experten fordern Umsicht und eine ethische Debatte um die Anwendung des neuen Genombearbeitungssystems CRISPR-Cas9

Die Experten fordern Umsicht und eine ethische Debatte um die Anwendung des neuen Genombearbeitungssystems CRISPR-Cas9

Durch
Im Klinik Eugin
26
0

Das Genombearbeitungsverfahrens ermöglicht ein besonders genaues, effizientes Schneiden der DNA verschiedenster Zellen, um Genveränderungen, die schwere Krankheiten hervorrufen, zu korrigieren.

Los expertos piden prudencia y un debate ético sobre la aplicación del nuevo sistema de edición genética CRISPR-Cas9
Von links nach rechts, Dr. Rita Vassena, Dr. Juan Cruz Cigudosa, Dr. Paula Río und Dr. Lluís Montoliu.

Mehrere spanische Genombearbeitungsexperten haben heute einstimmig Umsicht sowie eine ethische Debatte in Bezug auf die Anwendung von CRISPR/Cas9 gefordert. Dieses neue Genombearbeitungsverfahren ermöglicht ein besonders genaues, effizientes Schneiden der DNA verschiedenster Zellen, um Genveränderungen, die schwere Krankheiten hervorrufen, zu korrigieren.

In der Ärztekammer Madrid (Colegio de Médicos de Madrid) fand heute Morgen der Projekttag „CRISPR/Cas-9. Leitfaden zur Genombearbeitung“ statt, der von der Gruppe Eugin organisiert wurde. An der Veranstaltung wirkten folgende Vortragenden mit: Lluís Montoliu, Forscher am Nationalen Biotechnologiezentrum (Centro Nacional de Biotecnología, CNB-CSIC) sowie bei CIBER (Centro de Investigación Biomédica en Red, Zentrum für biomedizinische Forschung im Netz) mit Spezialgebiet seltene Krankheiten; Dr. Juan Cruz Cigudosa, Präsident des Spanischen Verbands für Humangenetik (Asociación Española de Genética Humana, AEGH); Dr. Paula Río, von der Abteilung für innovative Therapien des hämatopoetischen Systems bei CIEMAT und CIBER mit Spezialgebiet seltene Krankheiten; Rita Vassena, wissenschaftliche Leiterin der Gruppe Eugin – Netzwerk von Kliniken der assistierten Reproduktion – und Vorstandsmitglied der ESHRE (European Society of Human Reproduction and Embryology).

Das System CRISPR/Cas-9 hat die Genetik revolutioniert und bei vielen Patienten, die an Erbkrankheiten leiden, Hoffnungen geschürt. „Dieser Wandel wird definitiv langanhaltend sein“, so Montoliu, der mit einem der Urheber dieses Verfahrens, dem ebenfalls aus Spanien stammenden, in den letzten Jahren als Kandidat für den Nobelpreis gehandelten Mikrobiologen Francisco Juan Martínez Mojica, zusammenarbeitet. Bis dato wird dieses System noch nicht in der klinischen Praxis bei Patienten eingesetzt – mit Ausnahme einer in China bei unheilbar kranken Lungenkrebspatienten durchgeführten Studie –, wird aber bereits erfolgreich im Labor an Tier- und Zellmodellen erprobt. Auch an zu Forschungszwecken generierten  menschlichen Embryonen werden Tests durchgeführt, wie vergangenen Sommer eine Wissenschaftlergruppe aus China, Südkorea und den USA veröffentlichte.

El Grupo Eugin organiza su primera jornada sobre edición genética

Bei der Anwendung ist Vorsicht geboten

„Die Möglichkeiten, die CRISPR bietet, sind nahezu unbegrenzt”, bestätigt Montoliu. Dennoch haben er und die anderen Vortragenden bei dem Projekttag von Eugin zu Umsicht aufgerufen. „Ich bin sicher, dass CRISPR Einzug in der klinischen Praxis halten wird. Wir sollten das Verfahren allerdings erst dann anwenden, wenn wir in der Lage sind, die damit verbundenen Risiken auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.” Im Rahmen mehrerer Studien wurde festgestellt, dass der Wirkungsgrad der Anwendung von CRISPR bisher sehr gering ist und bei weniger als 10 Prozent liegt. Montoliu zufolge wurde neben anderen Nachteilen z.B. festgestellt, dass die Anwendung dieses Verfahrens bei einer konkreten Genomsequenz zu unerwünschten Modifikationen und Mutationen bei anderen Genomsequenzen führt.

„CRISPR ist ein Traum für Genetiker, ein unglaublich wertvolles Werkzeug. Wir müssen uns aber vor seiner Anwendung unbedingt fragen, was wir damit erreichen wollen: Wir dürfen nicht über das Ziel hinausschießen”, so Dr. Juan Cruz Cigudosa, Präsident des Spanischen Verbandes für Humangenetik. Laut Dr. Paula Río gibt dieses neue Genombearbeitungssystem Grund zur Hoffnung für Patienten, die an Krankheiten wie Fanconi-Anämie leiden; um es im Klinikalltag einzusetzen, ist es jedoch noch zu früh.

Rita Vassena, die wissenschaftliche Leiterin der Gruppe Eugin, hat ebenfalls die Notwendigkeit einer ethischen Debatte über die Anwendung von CRISPR unterstrichen, da dessen Einsatz während der experimentellen Phase schwerwiegende gesellschaftliche und rechtliche Fragen aufwirft. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die in diesem Sommer veröffentlichte, an Embryonen durchgeführte Studie in Spanien sowie im Rest Europas nicht machbar gewesen wäre, da die Forschung an eigens zu diesen Zwecken erzeugten Embryonen hier nicht erlaubt ist.

„Der Wirkungsgrad von CRISPR muss erhöht werden und das Verfahren muss schrittweise zur Anwendung kommen. Zudem müssen wirksame Alternativen berücksichtigt werden“, so Dr. Vassena. Sie unterstrich in diesem Zusammenhang, dass im Hinblick auf Embryonen bereits seit 20 Jahren Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Verfügung steht, mithilfe derer festgestellt werden kann, ob bei einem Embryo genetisch bedingte Krankheiten vorliegen, und somit Embryonen ausgewählt werden können, mit denen eine gesunde Schwangerschaft möglich ist.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...

Hinterlasse einen Kommentar

Recent Posts

Start typing and press Enter to search