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Assistierte Reproduktion: Wie sage ich meinem Kind, dass es anders gezeugt wurde?

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Einem Kind zu sagen, dass es dank einer assistierten Reproduktionstechnik auf die Welt gekommen ist, ist eine Option der Eltern, die sowohl für sie als auch das Kind Implikationen mit sich bringt

Assistierte Reproduktion: Wie sage ich meinem Kind, dass es anders gezeugt wurde?

Nachdem Eltern ein Kind über eine Behandlung der assistierten Reproduktion empfangen haben, können sie manchmal zweifeln und sich fragen: Muss ich meinem Kind sagen, dass es dank einer assistierten Reproduktionstechnik geboren wurde? Wie wird es dies aufnehmen? In welchem Alter und wie sollte man es ihm sagen? In Spanien ist es gesetzlich nicht vorgeschrieben, dem Kind seine Herkunft mitzuteilen; den Eltern steht es frei, zu entscheiden, ob sie es tun möchten oder nicht.

Wenn sie sich dafür entscheiden, es nicht zu tun, dann empfehlen die Spezialisten, besonders darauf zu achten, wenn sie es anderen Mitgliedern der Familie mitteilen, um zu vermeiden, dass das Kind von jemandem anders als die Eltern über seine Empfängnis informiert wird. Der französische Psychologe Serge Tisseron, Autor des Buches Das Geheimnis der Baby-Samen, schreibt dazu:“Das Kind läuft Gefahr, seinen Eltern zu misstrauen, wenn es von einer anderen Person erfährt, dass es nicht auf natürliche Art und Weise gezeugt wurde”.

Wenn sich die Eltern jedoch dafür entscheiden, es ihm zu erzählen, dann müssen dabei mehrere Faktoren berücksichtigt werden: Wie und wann genau soll man es ihm sagen? Wie wird das Kind darauf reagieren, wenn es die Wahrheit über seine Herkunft erfährt? Dazu gibt es verschiedene Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben.

Wann sollte man es dem Kind mitteilen?

Nach den Experten gibt es zwei entscheidende Zeitpunkte, bei denen das Kind empfänglicher auf Antworten über seine Herkunft reagiert. Der erste ist im Alter zwischen 3 und 5 Jahren, wenn es die ersten Fragen darüber stellt, wie es auf die Welt gekommen ist. Einige Eltern sind der Meinung, dass dies der geeignetste Zeitpunkt wäre, weil das Kind seine Geschichte auf einfachere Art und Weise begreifen und verarbeiten kann. Man spricht dann vom sogenannten „Einpflanzen des Samens“: da das Kind von klein auf seine Herkunft kennt und versteht, so hat es das Gefühl, es „schon immer“ gewusst zu haben und aus diesem Grund wird es diese Tatsache später auch nicht mehr in Frage stellen.

Der zweite entscheidende Zeitpunkt ist der zwischen 10 und 12 Jahren, wenn das Kind in der Schule die ersten Stunden in Sexualkunde erhält und versteht, wie es zu einer Schwangerschaft kommt. Und dann kann man ihm auch ganz normal wie bei einem Erwachsenen erklären, warum es nicht möglich war, es auf natürliche Art und Weise zu zeugen. Gemäß den Studien ist es die Strategie des „richtigen Augenblicks“, weil man in diesem Fall das Alter nutzt, in dem das Kind sich mit Themen beschäftigt, die mit dem Leben, dem Geschlechtsverkehr und der Zeugung zu tun haben.

Die Untersuchungen unterstreichen auch, wie wichtig es ist, nicht damit zu warten, bis das Kind das Jugendalter erreicht hat, also ab 13 Jahren, da in diesem Alter der Prozess der Persönlichkeitsbildung beginnt, weshalb die Offenbarung dieser Information zu diesem Zeitpunkt sich negativ auswirken könnte.

Welche Geschichten können dabei helfen?

Für die kleineren Kinder sind Erzählungen oder Märchen das geeignetste Mittel, um ihnen die komplizierte Geschichte ihrer Herkunft zu erklären. Wie Tisseron schon sagt, „Je schwieriger ein Thema anzugehen ist, umso wichtiger ist es, so unbeschwert wie möglich damit umzugehen“. Erzählungen und Märchen behandeln das Thema mit dem für den Kind richtigen Rhythmus, so dass die Eltern es ihm erklären können, ohne dabei auf seine persönliche Geschichte einzugehen”.

Natürlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dies mitzuteilen; man sollte hier einfach die nach seiner persönlichen Art sowie dem Charakter und den Bedürfnissen des Kindes angepasste Möglichkeit wählen. “Einige unserer Patienten greifen dazu auf ihre Hobbys zurück”, bestätigt Laura Venereo, Psychologin in der Klinik Eugin, und sagt weiter “Diejenigen, die Spaß an der Fotografie haben, benutzen dieses Mittel, um es ihrem Kind zu erklären. Anderen wiederum gefällt es zu schreiben und verfassen ein Tagebuch, das ihnen später dabei hilft, ihrem Kind zu erklären, wie es gezeugt wurde”.

Implikationen für die Eltern

Die Entscheidung, es dem Kind zu erzählen oder nicht ist sehr wichtig für die Eltern. Je sicherer sie sich fühlen und vorher miteinander oder einem Psychologen darüber gesprochen haben, umso leichter fällt es Ihnen auch, es dem Kind zu erzählen.

“Jede Familie ist anders, weshalb es auch jedes Kind ist”, erklärt die Psychologin und meint abschließend: “Die Entscheidung darüber, wie man es dem Kind erzählen soll, kann sich der Neugier des Kindes und seinen Fragen anpassen, die es stellt, ohne ihm zu viel Informationen mitzuteilen, so dass man ihm die Chance gibt, sich seine eigene Geschichte aufzubauen“.

Literaturangaben
Mac Dougall, K., Becker, G., Scheib, J., Nachtigall, R. Strategies for disclosure. How parents approach telling their children that they were conceived with donor gametes. 2006.
S. Paul, Marilyn, Berger, Roni. Topic avoidance and family functioning in families conceived with donor insemination. Human Reproduction, 2007.
Turner, A.J., Coyle, A. What does it mean to be a donor offspring? The identity experiences of adults conceived by donor insemination and the implications for counselling and therapy, 2000.

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